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DIE SPRACHE DES PARFUMS

Die Noten eines Parfüms

Was Kopf-, Herz- und Basisnote bedeuten, ist den meisten Parfumliebhabern noch verständlich. Als Kopfnote bezeichnet man die flüchtigen Akkorde wie Zitrusdüfte. Basisnoten sind die Bestandteile eines Parfums, die am längsten auf der Haut haften bleiben. Dazu gehören vor allem schwere Stoffe wie Moschus, Sandelholz und Patchouli. Zwischen Kopf-und Basisnote wird die Herznote angesiedelt, welche die beiden erstgenannten miteinander verbinden soll. Sie hat meist einen blumigen Charakter. Klassische Vertreter der Herznote sind Rose und Jasmin. Diese kann aber auch aus bestimmten Gewürzen, z.B. Ingwer, gebildet werden. Die Entfaltung eines Parfums auf der Haut mit den Stufen der Kopf-, Herz- und Basisnote nennt man Duftablauf. 

Eigenschaften und Ingredienzien

Haftfestigkeit ist ein Begriff, den viele nicht unbedingt mit Parfum in Verbindung bringen würden. Je länger ein Duft auf der Haut haften bleibt, desto höher ist dessen Haftfestigkeit. Um diese Eigenschaft in möglichst hoher Form zu erzielen, werden Fixateure eingesetzt. Darunter versteht man Riechstoffe, die keinen ausgeprägten Eigengeruch besitzen und die andere Duftstoffe in ihrer Geruchsentfaltung unterstützen. Interessant wird es auch bei der Bezeichnung der Zutaten, der Ingredienzien. Benzoe beispielsweise ist ein Name, der oft in der Zutatenliste eines Parfums auftaucht. Nur wenige wissen, dass dieser Stoff aus Balsamharz des Styrax, eines Tropenbaums, gewonnen wird. Benzoe ist ein typischer Fixateur. Patchouli ist ein Strauch, der in Südamerika und Asien wächst. Die Blätter liefern das Öl, welches erdig, holzig und süßlich duftet. Oft in Räucherstäbchen verwendet, ist der Duft eng verbunden mit der Hippiebewegung in den 1960er Jahren. Besonders gern wird Patchouli in orientalischen Kreationen eingesetzt. Ebenfalls geheimnisvoll klingt die Zutat Vetiver. Dabei handelt es sich um ein Süßgras aus Asien, dessen Duft als erdig, schwer und waldig beschrieben werden kann. Als Fixateur geeignet findet es aufgrund seines männlichen Duftcharakters auch oft Verwendung für die Kreation von Herrendüften.

Genealogie, Konzepte und Variationen

Parfumexperten arbeiten mit bestimmten Ordnungssystemen, um Düfte einzuordnen und zu beschreiben. Diese heißen Genealogien. Sie sind wie Stammbäume organisiert und in Familien aufgeteilt. Die erste Unterscheidung ist die zwischen Herren- und Damenduftnoten. Eine Ebene darunter teilt sich das System in verschiedene Duftkonzepte, welche sich wiederum aus unterschiedlichen Variationen konstituieren. Herren-und Damendüfte bestehen jeweils aus drei Duftkonzepten. Bei den Damen gibt es die Konzepte Blumig, Orientalisch und Chypre. Zum ersten Konzept Blumig gehören die meisten Damenparfums. Beliebte Düfte sind Rose, Jasmin, Tuberose und Ylang-Ylang. Unter Orientalisch versteht man sinnliche, warme Kompositionen mit den Duftnoten aus arabischen Ländern. Moschus, Ambra, Vanille, Muskat und Zimt zählen zu den wichtigen Bestandteilen. Das dritte Konzept wurde nach einem Parfum benannt. Anfang des 20. Jahrhunderts kreierte der berühmte Parfümeur François Coty einen Duft aus Eichenmoos, citrischen Noten und Patchouli. Da die Zutaten hauptsächlich aus dem Mittelmeerraum stammten, wählte er den Namen Chypre, nach der Insel Zypern, für sein Werk. Herrendüfte unterteilen sich in die Konzepte Fougère, Orientalisch und Chypre. Für das erste Konzept stand auch ein Parfüm Pate, nämlich das Fougère Royale aus dem Jahr 1882. Hauptingredienzien sind Eichenmoos, Lavendel und Cumarin. Fougère ist französisch und bedeutet Farn. Der Fougère-Akkord enthält allerdings keinen Farn. Das männlich-orientalische Konzept zeichnet sich durch dieselben Duftzutaten aus wie sein weibliches Pendant. Ebenso verhält es sich mit Chypre, wobei bei den Herren noch Leder- und Holznoten hinzukommen, die für den männlichen Charakter sorgen. Diese Konzepte werden noch einmal in verschiedene Variationen, manchmal auch als Interpretationen bezeichnet, unterteilt. Dreizehn davon existieren bei den Damendüften. Das Konzept Blumig differenziert man in süß, aldehydig, blumig, frisch, fruchtig und grün. Orientalisch wird aufgespalten in würzig und ambriert, während Chypre sich in grün, animalisch, blumig, frisch und fruchtig gliedert. Herrenduftkonzepte werden in nur neun Variationen aufgeteilt: Fougère in frisch, holzig-ambriert und Lavendel, Orientalisch in ambriert und würzig, Chypre in Zitrus, frisch, ledrig und holzig. Einige Variationsnamen dürften den meisten Menschen unbekannt sein. Aldehydig ist die Beschreibung für einen Duft aus synthetisch erzeugten Fett-Aldehyden. Der Duft an sich riecht fettig bzw. talgig, verleiht jedoch in Verbindung mit Blumen und Früchten einem Parfum einen einzigartigen, strahlenden Charakter, der auf keine andere Weise hergestellt werden kann. Chanel N° 5 war das erste Parfum, das Aldehyde enthielt. Mit grün wird ein Geruchseindruck benannt, der an natürliche Düfte wie die von Gras, Wald, Erde und Blätter erinnert. Orientalisch-ambriert zeichnet sich durch eine Mischung höchst gegensätzlicher Düfte aus. Zitrus- und Grünnoten werden mit warmen Zutaten wie Vanille und Ambra kombiniert.

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